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computer:linux:crux_linux_auf_dem_100ct

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

computer:linux:crux_linux_auf_dem_100ct [2012/03/02 13:58] (aktuell)
christian angelegt
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 +<note important>​Dieser Artikel ist veraltet. Einige Dinge könnten mittlerweile nicht mehr so funktionieren,​ wie in diesem Artikel beschrieben.</​note>​
  
 +Auch auf älteren flachbrüstigen Geräten, wie dem Libretto 100CT, lässt sich Linux installieren.
 +
 +======Distribution und Software-Auswahl======
 +Linux-Distributionen gibt es wie Sand am Meer und so ist die Auswahl relativ schwer. Eingeschränkt wird die Auswahl allerdings durch den Pentium-Prozessor. Da der Libretto über einen herkömmlichen Pentium und keinen Pentium Pro verfügt, scheiden sämtliche x86/i686 Distributionen aus.
 +i585/i386 haben heutzutage nur noch relativ wenige Distributionen - eine für den Zweck wohl geeignete wären:
 +
 +  * Debian Linux
 +  * CRUX Linux
 +  * Gentoo Linux
 +  * openSuSE
 +  * DeLi Linux/​ConnochaetOS
 +  * SliTaz GNU/Linux / Tiny Core Linux / DamnSmall Linux
 +
 +Alternativ käme auch in Frage:
 +  * Linux From Scratch
 +  * FreeBSD / NetBSD
 +
 +Nun ist nur noch die Frage, welche Distribution am ehesten passt.
 +
 +openSuSE mochte ich persönlich noch nie und würde ich auch nicht auf dem Libretto installieren. Grund hier ist, dass ich finde, dass SuSE ein unheimlich überladenes und demnach auch träges System ist. Debian Linux wäre sicherlich eine gute Wahl, doch ich wollte ein minimalistischeres System, das ich durch Anpassung abspecken kann. Hierfür wäre eigentlich Gentoo die richtige Wahl, doch ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mich damit überhaupt nicht auskenne. CRUX Linux ist eine für i586/i686 optimierte minimalistische Linux-Distribution,​ die Gentoo ein wenig ähnelt. Bei CRUX Linux wird nur ein kleiner Teil an vorkompilierter Software mitgeliefert,​ eben um ein Grundsystem zur Verfügung zu stellen. Zusätzliche Software und der Kernel müssen selbst kompiliert werden. Hierfür gibt es auch einen Paketmanager,​ der sich **prt-get** nennt und ein wenig an **apt-get** angelehnt ist. Der Paketmanager bezieht die Quellcodes und kompiliert die Software selbständig. Die Installation eines CRUX-Systems nimmt einige Zeit in Anspruch, zahlt sich aber aus. Mithilfe von CRUX-Linux ist es mir schon gelungen, ein Linux-System auf einem alten Notebook mit 90 Mhz Taktfrequenz und 24 MB RAM zum Laufen zu bekommen.
 +
 +Alternativ stehen auch einige Mini-Distributionen mit i586/​i386-Unterstützung zur Auswahl, beispielsweise SliTaz, TinyCoreLinux oder DamnSmallLinux. Nun, ich wollte ein vollwertiges System und kein Mini-System,​ weswegen ich mich hier gegen die Mini-Distributionen entschieden habe.
 +
 +Mit BSD und LFS kenne ich mich nicht, außerdem wollte ich mir nicht unbedingt eine eigene Linux-Distribution zusammenbauen.. ;-)
 +
 +Entschieden habe ich mich also für CRUX Linux, welches zum Zeitpunkt meiner Recherchen in der Version **2.6** zum Download bereit steht.
 +
 +
 +
 +======Checkliste======
 +Benötigt wird:
 +
 +  * CRUX 2.6 ISO/CD
 +  * Rechner zum Kompilieren des Kernels
 +  * Der Libretto 100CT
 +  * ...und natürlich ausreichend Geduld und Bohnenkaffee. ;-)
 +
 +
 +
 +======Software-Auswahl======
 +Wichtig ist auch die Software-Auswahl. Gänzlich dämlich wäre es, eine schlanke Distribution zu verwenden und dann KDE zu installieren - oder so ähnlich. ;-)
 +Da mein Libretto (//​derzeit//​) leider nur 32 MB RAM hat, habe ich mich für ein einfaches Grundsystem ohne X mit folgenden Anwendungen entschieden:​
 +
 +  * ALSA für Soundunterstützung
 +  * MOC zur Wiedergabe von MP3s und OGGs
 +  * Screen als "//​Konsolen-Fenstermanager//"​
 +  * links mit Framebuffer-Support zum grafischen Surfen
 +  * wpa_suppliant zum Surfen in WLAN-Netzen
 +
 +
 +
 +======Installation======
 +Die Partionierung der Festplatte werde ich hier nicht detailiert beschreiben,​ das kann notfalls in der CRUX Dokumentation (//siehe Internetverweise!//​) nachgelesen werden.
 +
 +Bei der Paketauswahl im Installationsmenü habe ich folgende Anpassungen vorgenommen:​
 +
 +**core**
 +
 +Entfernt:
 +  * ed
 +  * exim
 +  * iana-etc
 +  * iptables
 +  * jfsutils
 +  * lilo
 +  * nfs-utils
 +  * reiserfsprogs
 +  * sysklogd
 +  * xfsprogs
 +
 +
 +**opt**
 +
 +Entfernt:
 +  * atk
 +  * cairo
 +  * cdrkit
 +  * fakeroot
 +  * fetchmail
 +  * firefox
 +  * fontconfig
 +  * freetype
 +  * glitz
 +  * gtk
 +  * hicolor-icon-theme
 +  * libdrm
 +  * libidl
 +  * libjpeg
 +  * libpng
 +  * libtiff
 +  * lvm2
 +  * mdadm
 +  * mutt
 +  * openbox
 +  * pango
 +  * procmail
 +  * rp-pppoe
 +  * xterm
 +  * xulrunner
 +
 +
 +
 +=====Zusatzsoftware=====
 +
 +====VPN====
 +<​code>​prt-get depinst openvpn</​code>​
 +
 +====MOC====
 +<​code>​prt-get depinst moc</​code>​
 +Die Abhängigkeiten für MP3-, Flac- und Vorbis-Wiedergabe werden automatisch installiert.
 +
 +====Links====
 +<​code>​prt-get depinst links</​code>​
 +Links aus dem Ecarux-Userrepo wird automatisch mit Framebuffer-Support kompiliert, wird selbst kompiliert muss das Flag **-enable-directfb** gesetzt werden.
 +
 +
 +
 +=====Kernel=====
 +<​html>​
 +<iframe src="​http://​player.vimeo.com/​video/​15131312"​ width="​800"​ height="​450"​ frameborder="​0"></​iframe>​
 +</​html>​
 +
 +Das wichtigste und kniffligste ist der Kernel - er muss die benötigten Treiber und Module für Geräte, Dateisysteme,​ etc.. beherbergen. Besonders wichtige Module, wie das IDE-Modul des Mainboards oder das Root-Dateisystem,​ wie beispielsweise ext3, müssen fest im Kernel integriert werden, da der Kernel diese Module nicht nachladen kann (//wie denn auch, wenn er nicht auf die Platte und Partition zugreifen kann?//).
 +
 +Der Kernel sollte auf einem anderen System kompiliert werden, da 166 Mhz doch ein bisschen wenig hierfür sind - es sei denn man hat einige Stunden Zeit.
 +
 +Für die Hardware des Librettos sind zahlreiche Anpassungen notwendig, ich habe diese Änderungen in einer benutzerdefinierten Konfiguration zusammengetragen. Sie kann **hier ({{:​projekte:​t100ct_kernel.conf|}})** heruntergeladen werden.
 +
 +Meine Kernel-Konfiguration bezieht sich auf die Version **2.6.35.4**,​ wird eine ältere Version benutzt, müssen die Änderungen manuell vorgenommen werden. Für den Fall hier meine Vorgehensweise:​
 +
 +<​code>​...TODO...</​code>​
 +
 +<note warning>​Auch wenn der Libretto über eine NeoMagic-Karte verfügt, darf das NeoMagic Framebuffer-Modul auf **keinen Fall** aktiviert werden! Es unterstützt,​ warum auch immer, die Auflösung 800x480 nicht. Das Modul erzeugte bei mir immer eine Auflösung von 800x600 Pixeln, was dazu führte, dass die Hälfte des Bilds abgeschnitten wurde!</​note>​
 +
 +======PCMCIA unter Linux======
 +{{ :​projekte:​t100ct_pcmcia_bios.jpg?​200|PCMCIA-Einstellung im BIOS}}
 +
 +Erscheint im Kernel-Log...
 +<​code>​dmesg | less</​code>​
 +...der Hinweis, dass Cardbus-Karten nicht supportet wird, muss im BIOS folgende Einstellung geändert werden:
 +
 +<​code>​PC CARD => Controller Mode => CardBus/​16-bit</​code>​
 +
 +Diese Einstellung stand bei meinem Libretto vorher auf **Auto-Selected**.
 +
 +Nun sollten auch Cardbus-Karten unter Linux funktionieren.
 +
 +======Internetverweise======
 +  * Video von Links mit Framebuffer-Support in Aktion: http://​vimeo.com/​15131312
 +  * Video vom Win98-/​CRUX-Dualboot:​ http://​vimeo.com/​15124530
 +  * CRUX-Dokumentation:​ http://​crux.nu/​Main/​Handbook2-6
computer/linux/crux_linux_auf_dem_100ct.txt · Zuletzt geändert: 2012/03/02 13:58 von christian